Nachdenkenswert

Wussten Sie, dass bis zu 50% der Lebensmittel in Industrienationen nicht konsumiert werden, sondern in den Müll wandern ? Viele Äpfel, Birnen und Salatköpfe werden schon wegen strenger Schönheitskriterien entsorgt, bevor sie in den Supermarkt gelangen, und auch danach wird längst nicht alles gegessen, was auf den Teller könnte. Oft werden ganze LKW-Ladungen vernichtet, auch wenn nur ein kleiner Teil der Ware "Fehler" aufweist. Es gibt rund eine Billion hungernder Menschen auf der Welt. Dreimal so viele Menschen könnten sich von den Lebensmitteln ernähren, die die reichen Länder am Weltmarkt kaufen und dann wegwerfen. Weitere Informationen finden Sie bei www.tastethewaste.com
(Aus GLS-Bankspiegel 2/2010)

 

In den vergangenen 100 Jahren haben wir über 75% der Nutz- und Nahrungspflanzen verloren (Quelle: Vereinte Nationen). Den weltweiten Saatgutmarkt kontrollieren inzwischen zehn große Konzerne. Das schafft Abhängigkeiten, weil sie Saatgut als Wirtschaftsgut behandeln und eine Kernfunktion, die Fruchtbarkeit, stark einschränken. Dadurch müssen die Anbauer jedes Jahr neues Saatgut kaufen. Saatgut für Zuckermais zum Beispiel gibt es nur noch von zwei großen Anbietern: Monsanto und Syngenta. Ihre Hybridsorten können die Bauern nicht nachbauen. Der Saatgutfonds unterstützt in ökologischen und biologisch-dynamischen Projekten eine fruchtbare und regionale Züchtungsforschung, die eine Vielfalt auf unsere Äcker zurückbringt. Schenkgeld vieler privater Spenderinnen und Spender, Unternehmen und Stiftungen ermöglichen die ökologische Weiterentwicklung des Kulturguts Saatgut, und zwar ohne Gentechnik und Patente. Denn über die zukünftigen Lebensmittel für unsere Kinder und Enkel sollten nicht weltweit agierende Agrarkonzerne bestimmen. Weitere Informationen finden Sie bei www.saatgutfonds.de.
(Aus GLS-Bankspiegel 3+4/2010)

 

SOS - Bienensterben.
Lautlos sterben Milliarden von Bienen und unsere gesamte Nahrungskette ist in Gefahr. Bienen machen nicht nur Honig, sie sind eine bescheidene und doch riesige Arbeitskraft und bestäuben 90% der Pflanzen, die wir anbauen. Bienen sind ausschlaggebend für das Leben auf der Erde - jedes Jahr bestäuben sie Feldfrüchte und andere Pflanzen mit einem geschätzten Wert von 31 Milliarden Euro, mehr als ein Drittel der Lebensmittelversorgung in vielen Ländern. Ohne ein schnelles Eingreifen zur Rettung der Bienen könnte es am Ende heißen: keine Früchte, kein Gemüse, keine Nüsse, keine Öle und keine Baumwolle. Die vergangenen Jahre zeigen eine steile und bedenkliche Abnahme der Bienenvölker - einige Arten sind mittlerweile ausgestorben und andere bei 4% ihrer vorherigen Zahlen angelangt. Neue unabhängige wissenschaftliche Studien kommen zu dem Schluss, dass die Verwendung von Pestiziden der Gruppe der Neonicotinoide dafür verantwortlich sind. Ein Verbot dieses Gifts in vier europäischen Ländern führte zu einer Erholung einzelner Bienenvölker. Doch mächtige Chemiekonzerne betreiben aufwändige Lobbyarbeit, damit der Verkauf dieser Gifte weiterhin erlaubt bleibt. Unsere größte Chance besteht derzeit darin, die USA und die EU zum Verbot dieser tödlichen Produkte zu bewegen - ihr Handeln ist ausschlaggebend und wird große Effekte auf die Entscheidungen anderer Länder haben. Weitere Informationen finden Sie bei  https://secure.avaaz.org/de/save_the_bees/?vl